#85 Dauerstress, innere Unruhe & Erschöpfung: Wie dein Nervensystem dich festhält – und wie du rauskommst

Shownotes

Fühlst du dich oft innerlich unruhig, schnell überfordert oder dauerhaft erschöpft – selbst wenn eigentlich alles “okay” ist?

In dieser Folge sprechen wir über das erschöpfte Nervensystem und warum so viele von uns im Dauerstress feststecken. Wir erklären, was in deinem Körper passiert, wenn dein Nervensystem dauerhaft im Alarmzustand ist – und warum klassische Tipps wie „entspann dich einfach“ oft nicht funktionieren.

Du erfährst:
– warum dein Nervensystem der Schlüssel zu Stress, Erschöpfung & innerer Unruhe ist
– wie sich ein dysreguliertes Nervensystem im Alltag zeigt
– warum du nicht „zu sensibel“, sondern möglicherweise einfach überlastet bist
– welche Rolle Sicherheit, Gewohnheiten und dein Umfeld spielen
– erste einfache Wege, wie du dein Nervensystem wieder regulieren kannst

Diese Folge ist für dich, wenn du aus dem Dauerstress aussteigen willst, dich nach mehr Ruhe sehnst und verstehen möchtest, was wirklich hinter deiner Erschöpfung steckt.

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00:00:00: Also da bin ich auch froh für dich, weil... Ich finde das auch manchmal richtig heftig.

00:00:04: Dass es wirklich so wechselnd.

00:00:05: auf einmal siehst du ein Wheelover wie jemand gar nichts Essen macht und dann wieder was gerade im Iran abgeht.

00:00:10: Bekommen bei Panic to Purpose!

00:00:12: Wir sind Vanessa & Rebecca.

00:00:15: In diesem Podcast greifen wir echte Themen bunt um mentale Gesundheit auf Tauchen tief ein, recherchieren Und machen daraus Geschichten.

00:00:24: die bewegen Persönlich intensiv

00:00:27: nah dran.

00:00:29: Jede Folge, ein neues Stück Realität.

00:00:31: Weil du nicht alleine bist!

00:00:33: Zu Risiken und Nebenwirkungen frage deine Ärztin, dein Arzt oder liest die Show-Nauts.

00:00:40: Ich spare mir jetzt mal das Hallo Wanny weil ich diese Folge mal ganz anders starten möchte als sonst auch ohne große Begrüßung oder Ansage ohne.

00:00:52: heute sprechen wir über sondern ich möchte diese Folge mit einer Frage starten Und ich bitte auch an dieser Stelle euch mal ganz kurz innezuhalten und diese Frage für euch vielleicht auch ehrlich zu beantworten.

00:01:07: Natürlich nur für euch innerlich, ne?

00:01:09: Also wir können euch ja eh nicht hören!

00:01:12: Aber die Frage lautet... im Körper zu Hause.

00:01:30: Und Wanny, an der Stelle natürlich ganz klar, wann hast du dich denn das letzte Mal genau so gefühlt wie ich es gerade beschrieben habe?

00:01:37: Hallo zusammen!

00:01:39: Ja also ich finde die einstiegsfrage von Becky richtig passend weil... Ich hab mich direkt mit dem gesamten Thema identifiziert und muss sagen keine Ahnung Also... Es ist so traurig aber.. Ich würde sagen einfach vielleicht im Urlaub vor drei Wochen

00:01:58: Ja.

00:01:59: Dass ich mich so aktiv erinnere, ja ...

00:02:02: Ich glaub, dass das tatsächlich auch sehr viele vielleicht zu sehen

00:02:06: würden.

00:02:07: und ich glaube auch, dass für viele von uns und da schließe ich mich jetzt natürlich auch klar mit ein die Antwort wie ähnlich bei dir mit Urlaub einfach erschreckend weit zurückliegt oder wir vielleicht gar keine Antwort parat haben.

00:02:21: aber wenn ich das hier mal beantworten müsste Wir haben ja vorher auch ein bisschen noch gesprochen, tatsächlich.

00:02:32: Und hier würde ich am liebsten jetzt hier Jube und Applaus und was heißt ich gestern?

00:02:37: Ich hab mich gestern so gefühlt oder eigentlich schon am Samstag!

00:02:42: Aber es ist auch sehr selten für dich normalerweise, würd' ich mal so sagen aus deinen Erzählungen, wie dein Wochenende aussieht unter der Woche.

00:02:50: Deswegen ist diese Frage halt auch so passend.

00:02:52: weil sie genau das trifft war's zu viele von uns gerade auch beschäftigt Ohne dass wir vielleicht wissen, wie wird es in Worte fassen.

00:03:01: Also dieses Gefühl... ...dass der Körper nicht richtig runterfährt und das man auch nach dem Urlaub F-Schöpf zurückkommt was jetzt bei mir nicht der Fall war aber man kommt halt super schnell wieder in seinen Trott Und dann ist man halt wieder erschöpft aus diesem Erholungsmodus direkt raus oder man ist eben reizbar oder leer oder alles gleichzeitig.

00:03:22: und das alles scheint normal geworden zu sein.

00:03:26: Und was heute so normal ist, ist auch dass wir halt aufgehört haben das alles zu hinterfragen und genau das wollen wir heute tun.

00:03:35: Und jetzt kommt natürlich doch noch unsere berühmte Ansage und zwar in der heutigen Folge sprechen wir über das Nervensystem und zwar konkret über das was passiert wenn es chronisch überlastet ist.

00:03:48: Wir erklären, was hinter Begriffen wie Polyvagaltheorie, Freeze-Modus und Nervensystem Regulation steckt.

00:03:57: Begriffe, die gerade auf TikTok und in jedem zweiten Wellness-Account auftauchen, die aber oft ohne echten Kontext verwendet werden.

00:04:06: Und wir schauen, was das alles konkret bedeutet für unseren Alltag, unsere Beziehungen oder unser Wohlbefinden – und ganz wichtig, was man natürlich auch tatsächlich tun kann!

00:04:18: fünf Steps, die dein Leben verändern.

00:04:21: Sondern wirkliches Verständnis bei wie eben glauben das wenn du selbst verstehst was in dir passiert denn auch die Veränderung von Selbst angestoßen werden kann.

00:04:33: Genau und ich würde mal sagen wir fangen erstmal ganz von vorne an weil Ich glaube viele von uns haben in der Schule einfach gelernt Nervensystemen Das ist irgendwas mit Reflexen und Neuronen Und ich muss sagen dass verbinde ich auch Ganz stark damit eigentlich.

00:04:47: also Er ist vielleicht so in den letzten, keine Ahnung, paar Jahren erst.

00:04:53: Denke ich okay, Nervensystem ist auch was ganz anderes denn... Was das Nervenystem wirklich tut wie es unser ganzes erleben formt, es hat uns niemand so richtig erklärt vorher.

00:05:03: Das autonome Nerven System also der Teil dem wir nicht bewusst steuern reguliert buchstäblich alles.

00:05:10: Das heißt unseren Herzschlag die Atmung unsere Verdauung Immunfunktionen und auch den Schlaf Aber auch, wie sicher wir uns fühlen.

00:05:19: Ob wir offen sind für Kontakt oder uns zurückziehen?

00:05:23: Ob wir klar denken können oder im Nebel sind?

00:05:25: ob wir Freude empfinden können oder nicht und das ist kein Zufall und auch keine Frage des Willens Das ist einfach Physiologie Denn das Nervensystem entscheidet das.

00:05:35: Und wenn dieses System chronisch unter Last steht Also wenn wir super viel Stress haben oder uns auch selber stressen dann zeigt sich das alles in allem nehme ich in unserem Körper, in unseren Gedanken und auch in unseren Beziehungen.

00:05:51: Denn ich glaube jeder kennt das auch zu gut wenn man dann doch mal seinen Partner oder Freunde bei der Arbeit irgendwie am Pumpt obwohl man es vielleicht gerade gar nicht möchte und man auch gerade weiß dass man überreagiert

00:06:05: Was?

00:06:05: Ich weiss gar nicht was du meinst!

00:06:07: Ich bin die perfekte Partnerin!

00:06:11: Quatsch Ja.

00:06:12: also ich finde das Thema auch gerade so spannend Weil ich einfach glaube, dass es zum Teil ja auch auf Social Media aktuell sehr explodiert und überall präsent ist.

00:06:23: Vor allem was mich an diesem Thema so fesselt ist – und warum ich glaube das es gerade so aus Social Media explodieret– ist, dass so viele Menschen gibt die Erklärung für Dinge suchen, die sie eben an sich selbst nie verstanden haben.

00:06:38: Und ich meine, das kennen wir ja zum Teil auch selbst.

00:06:41: also Phasen wo man vielleicht einfach Ja, so weg war oder halt nicht greifbar war.

00:06:46: Oder vielleicht einfach nur durchgeruscht ist?

00:06:48: Also man war jetzt nicht unbedingt traurig oder auch ... Nicht glücklich oder glücklich aber ein bisschen flach.

00:06:56: also nichts hat sich richtig angefühlt Man hat einfach funktioniert und es zur Arbeit gegangen Man hat keine Ahnung für unseren Podcast Texte geschrieben Man war unterwegs, hat gelacht wenn was lustig war Aber trotzdem hatte man vielleicht so das

00:07:09: Gefühl

00:07:10: irgendwas war nicht da So ein Glas zwischen unserem Leben und uns selbst.

00:07:16: Und ja, viele nennen es dann eben jahrelang Erschöpfung oder auch einfach so eine Phase.

00:07:24: Erst als wir angefangen haben uns mit dem Nervensystem zu beschäftigen hatten wir da auch konkret einen Begriff für oder auch ein Konzept.

00:07:33: Dann musste sich plötzlich nicht mehr fragen was stimmt denn mit einem selbst nicht?

00:07:37: Sondern was ist denn eigentlich mit meinem Nerven-System passiert?

00:07:41: Ich kann mich damit gut identifizieren, weil ich mich auch frage ... Okay.

00:07:47: Wann ist es passiert?

00:07:48: Dass man zum Beispiel auch so super viel zu tun hat und sich so super oft gestresst fühlt.

00:07:55: Und deswegen fand ich die Folge, okay, ich brauch dir gerade selber so gefühlt.

00:08:00: Auch dieser Shift von was stimmt mit mir nicht zu, was ist passiert?

00:08:05: Der ist halt sehr groß!

00:08:06: Also das Nicht nur Samantake, das ist der Unterschied zwischen eben Scham und auch auf der anderen Seite des Verständnis dafür.

00:08:14: Also zwischen diesem dagegen ankämpfen, dann halt auch irgendwann loslassen und verstehen was passiert ist und was ich jetzt natürlich auch da gegen tun kann.

00:08:25: Und genau dahin kommen wir heute.

00:08:27: Aber zunächst schauen wir uns mal so ein bisschen die Theorie dazu an.

00:08:31: Wir haben euch ja immer so ein paar Fakten mitgebracht dass das Ganze natürlich auch untermauert ist und nicht nur unser Gebubble Weil ohne das können wir ja gar nicht so richtig über das praktische reden.

00:08:45: und versprochen, es wird auch nicht zu trocken.

00:08:51: Ich bin mal gespannt ob ihr das heute mit den Fachbegriffen wieder hinbekommt?

00:08:56: Ja, wir gehen uns Mühe, die auszusprechen!

00:08:58: Wir sind hier ja nicht so krass bewandert aber... ...und versuchen natürlich auch wie gesagt spannend zu machen Auch wenn das manchmal so klingt wie aus einem Biologiebuch.

00:09:12: Also das autonome Nervensystem besteht aus zwei klassisch bekannten Ästen.

00:09:18: Sympathikus, also Aktivierung, Kampf und Flucht und Parasympathicus.

00:09:24: Das heißt die Erholung bzw auch für die Verdauung.

00:09:27: Und das finde ich schon mal als ersten Punkt wichtig weil dieses vor allem dieses Kampf-Fluchtenmodus kennt glaube jeder tausendmal besser vielleicht als der anderen in anderen Part, Erholungen und Verdauung.

00:09:38: so aus der Evolution gesehen Steffen Porges, Polyvagal Theorie aus fourneunzig erweitert dieses Modell um einen dritten Zustand.

00:09:48: Nämlich das sogenannte Dorsale-Vargosystem verantwortlich für Shutdown und Erstarring also den Freeze.

00:09:56: Der Vargusnerv bis der zehnte Hirnnerve ist der längste Nerv des Körpers und verbindet Gehirnen mit Herz, Lunge und dem Magendarm Trakt.

00:10:06: Es sozusagen die Datenautobahn zwischen Körper und Gehirn Und achtzig Prozent der Signale im Vargusnerv laufen von unten nach oben, vom Körper zum Gehirn.

00:10:16: Das bedeutet, Körperzustände formen unser Denken und Fühlen nicht umgekehrt.

00:10:23: Und das INS also das autonome Nervensystem reagiert in Echtzeit auf Sicherheitssignale der Umgebung – also ein Prozess den Porges Neurozeption nennt.

00:10:35: Unbewusste Wahrnehmungen von Gefahr oder Sicherheit.

00:10:41: Dieses Konzept der Neurozeption finde ich tatsächlich echt auch nochmal so ein bisschen eyeopening, weil es eben erklärt warum wir in manchen Situationen angespannt sind die rein objektiv aber eigentlich sehr sicher sind.

00:10:55: Oder warum uns manche Menschen einfach sofort entspannen und auch andere wenn sie nett sind trotzdem auf Trab halten und irgendwie ja stressen oder wie wir auch schon mal gesagt haben nur so ein bißchen die Social Battery entladen und nicht aufladen.

00:11:12: Und dieses Gefühl ist aber nicht irrational, denn das ist das Nervensystem, dass eben in jeder Millisekunde Signales gännt die wir zum Teil gar nicht bewusst wahrnehmen.

00:11:24: also Stimmlage, Mimik Körperhaltung Rhythmus und all das fließt dann eben ein und das Nervensystem selbst entscheidet bevor wir selbst dann sogar denken.

00:11:36: Ist doch crazy oder?

00:11:37: Also ich finde es richtig Wenn man so jetzt darüber nachdenkt und das halt so oft aus dieser Theorie weiß, klar kannst du das immer noch nicht anwenden.

00:11:45: Aber das ist ja schon interessant!

00:11:47: Und ich finde auch so dieser ganze Punkt mit dem ... also das Moment kam Flucht genau unter Erholung und Verdauung weil... Also ich weiß jetzt nicht ob das Beispiel hundert Prozent passt aber meine Therapeutin hatte mir auch mal erklärt zum Beispiel aus der Evolution ist es so wenn wir halt diese Angst verspüren Kennt es ja manche auch aus Prüfungssituationen, dass man einfach aufs Klo muss?

00:12:12: Ja.

00:12:13: Also sag ich jetzt groß oder klein ist egal aber so halt das war doch nicht auf Toilette muss und das Gefühl hat Und das ist oft damit zusammenhängt halt aus der evolution Dass wir quasi ballast abwerfen damit wir schneller rennen können also diese flucht angehen können und Das finde ich auch interessant.

00:12:30: Es sind laute sachen.

00:12:31: Man so denkt okay krass Ich habe jetzt vielleicht auch gar keine zweite panik attacke sondern es ist einfach nur mein Körper oder so, oder Direktion halt.

00:12:40: Die Unterbewusst aber auch eher abläuft.

00:12:42: also ich glaube Ich würde nicht aktiv da reingehen und dann eben denken okay Oh mein Nervensystem zeigt mir hier was an.

00:12:48: vielleicht liegt es an der Person oder an So irgendwelchen unterbewussten Gerüchen vielleicht sogar die sich irgendwie ein bisschen triggern oder so.

00:12:57: Ja also ich glaub tatsächlich dass das irgendwie voll oft auch Der körper sein kann der einem oder eben das Nervensystem, dass einem diese Palette an körperlichen Empfindlichkeiten oder Befindlichkeiten liefert und der Körper... nicht der Körper.

00:13:16: Der Kopf dann tatsächlich versucht zu interpretieren und man dann immer auch in dieses Schleife kommt wo ich dann gesagt habe es mag sein mein Körper hat sich jetzt weiß ich nicht beim Thema Alkohol wo ich auf dem Festival war irgendwie richtig angefühlt als hätte ich eine Panikattacke obwohl einfach nur körperlich mit dem ganzen Energy, wenig Schlaf.

00:13:37: Deswegen Herzrasen, Alkohol und so war ... Und theoretisch hätte mein Körper dann gesagt ja okay kein Problem ist nicht mal wieder saufen.

00:13:46: Mein Kopf hat aber rausgemacht.

00:13:48: oh mein Gott was war das denn?

00:13:50: Wird es jetzt immer so sein und dementsprechend steht sich der Kopf auch noch nach selbst im Weg.

00:13:56: Ja absolut.

00:13:57: und das eigentlich perfektes Übergangsbeispiel wenn wir uns jetzt mal ein bisschen die Polyvagaltheorie anschauen, die eben drei Grundzustände des Nervensystems beschreibt.

00:14:09: Und wir versuchen euch das aber in Alltagssprache zu übersetzen also nicht jetzt mit irgendwelchen Fachbegriffen um uns zu werfen.

00:14:17: und ich glaube auch dass der nächste Teil ganz spannend ist weil sich wahrscheinlich und hoffentlich die meisten von euch da irgendwie wieder erkennen werden In diesen drei Zuständen.

00:14:27: Also der erste Zustand ist der indem wir quasi sein wollen Er wird ventral, war geil genannt.

00:14:34: Aber wir nennen ihn jetzt heute mal der grüne Bereich und ihr kennt das Gefühl so wie seid wach aber nicht angespannt.

00:14:42: Ihr könnt lachen zuhören ihr könnt euch mit euch selbst verbinden ihr habt sozusagen einen guten Zugang gerade zu euch ihr könnt Probleme lösen ohne dass euer Gehirn irgendwie in Panik ist Und ihr seid offen neugierig einfach ihr selbst sozusagen keine Euphorie einfach alles in Ordnung im eigenen Körper zu Hause.

00:15:03: Also ihr merkt schon, es ist einfach der Zustand wo alles easy zu sein scheint.

00:15:13: und dann haben wir den zweiten Zustand.

00:15:15: das ist der Sympathikus und wir nennen ihn jetzt für heute den roten Bereich.

00:15:21: also auch hier wieder Kampf oder Flucht Und diesen Zustand kennen die meisten, also das ist einfach der Klassiker.

00:15:28: Herzrasen, Gedankenrasen Unruhe Reizbarkeit Das Gefühl dass man irgendwas tun muss aber auch nicht weiß was zum Teil Prokrastination aus Überforderungen schlafen können Aber nicht einschlafen Essen ohne Hunger Skrollen ohne Ziel Also das ist alles Ein sympathisches Arousal, also das Nervensystem ist in Alarmbereinschaft.

00:15:54: Und interessanterweise ist dieser Zustand gesellschaftlich fast normalisiert.

00:15:59: Also ich glaube auch in unserer letzten Folge mit der Hypnose haben wir gesagt es scheint so ein bisschen innen zu sein, da man busy zu sein nur drei vier fünf Stunden geschlafen zu haben.

00:16:10: deswegen also busy gilt jetzt als Auszeichnung.

00:16:14: Also wer viel zu tun hat, wer unter Druck steht, wer immer erreichbar ist der ist wichtig, der ist produktiv und der leistet was.

00:16:22: Dabei ist es einfach schlicht das Nervensystem in einem Zustand, der für Ausnahmesituationen gedacht ist und eben nicht als Dauerzustand.

00:16:31: Ich glaube wir können uns selber an die Nase packen.

00:16:33: also ich habe auch manchmal das Gefühl je mehr ich zu tun habe, desto mehr bin ich in der Spur und fühle mich besser.

00:16:40: Auch wenn ich erschöpft bin als wenn ich irgendwie die ganze Zeit gar nichts zu tun hätte.

00:16:43: also Ich liebe es schon mit mir auch Zeit zu verbringen Und ich kann mir auch immer Also irgendwie ohne Probleme irgendwie den Tag dann schön machen.

00:16:53: Aber ich meine du kennst das ja auch wie wir dann einfach sagen Ja Wenn jetzt weniger zu tun ist Dann kommt man auch weniger In so einen produktiven Modus.

00:17:02: Das auf jeden Fall.

00:17:03: aber ich finde trotzdem dass du dieses Prokrastination aus Überforderungen und Schlafen, aber nicht einschlafen.

00:17:10: Skrollen ohne Ziel und so, dass das halt auch hundertprozent zutrifft teilweise.

00:17:16: Wo ich mir halt schon denke also ich sehe mich da auch zum Teil jetzt vielleicht nicht jeden Tag Aber schon irgendwie mehr Tage als vielleicht Ich möchte oder du auch?

00:17:28: Also pro krastinieren bin ich wenigstens sicher.

00:17:31: also das vielleicht echt manchmal aber nicht oft uns Kräulen muss ich sagen, tue ich aber auch nicht mehr so viel.

00:17:39: Ich glaub ... Ich hab vielleicht in den letzten Jahren auch mal an mir gearbeitet.

00:17:45: Aber ja, es gibt tatsächlich Tage da hänge ich trotzdem irgendwie am Handy fest, obwohl ich abends eine Serie gucke und mich frag, was machst du eigentlich?

00:17:53: Ja!

00:17:53: Aber ich würd sagen, das ist bei mir tatsächlich nicht die Regel.

00:17:57: Und mit dir?

00:17:58: Nee, regel jetzt nicht auf keinen Fall.

00:18:00: Ich glaub sonst könnte man fast seinen Alltag oder Job nicht mehr so beschreiten.

00:18:03: Aber es gibt halt Tage und da merkt man halt dass man aber am Ende des Tages gefühlt... ...nicht viel geschafft hat.

00:18:10: also nicht so dieses Erfolgserlebnis-Hart vom Tag.

00:18:13: Trotz irgendwie Sport machen und so weiter und ähm... Ja, aber das ist ja genau der Problemzustand sozusagen, den wir gleich angehen werden.

00:18:22: Es gibt ja noch den dritten Zustand Also den über den am wenigsten gesprochen wird.

00:18:27: Ja, meiner Meinung nach gerade besonders viele betrifft.

00:18:30: Nämlich der Dorsale Vagus also der Freeze-Modus, nämlich der blaue Bereich so wie wir ihn halt heute mal nennen und das ist der Shutdown!

00:18:39: Also nicht Entspannung sondern Shutdown.

00:18:41: uns fühlt sich an wie nichts geht mehr?

00:18:45: Nicht im Sinne von Wein oder halt zusammenbrechen oder so, sondern eher einfach ihr fühlt euch komplett leer ausgesaugt abgetrennt.

00:18:54: Man funktioniert zwar irgendwie noch, man geht zur Arbeit oder... ...man schreibt die Nachrichten zurück auf WhatsApp, die da offen sind.

00:19:01: Man kauft ein und macht halt so sein Alltag.

00:19:04: Aber man fühlt sich dabei nicht wirklich anwesend.

00:19:07: Alles ist so'n bisschen weiter weg als normal.

00:19:10: Man schläft vielleicht viel aber es hat nie ausgeruht!

00:19:15: Und man hat eigentlich auch keine Lust auf Menschen also.. Nicht wirklich so, ja mit sich selbst.

00:19:20: Man hat Kenntnis auf irgendwas und das klingt halt für viele wie eine leichte Depression Und manchmal ist es tatsächlich auch.

00:19:29: Aber oft ist es zunächst auch einfach nur euer Nervensystem Das aufgegeben hat zu kämpfen weil es einfach zu lange Zu viel getragen hat.

00:19:40: Ich bringe da mal wieder mein passendes Beispiel und ich glaube ich habe das auch irgendwann Mal in eine Folge von uns geparkt Dieser Vergleich mit einem Ferrari auf der Autobahn, man bremst dann nicht einfach easy und du kommst locker zum Stehen.

00:20:02: Sondern es ruckelt wahrscheinlich auch richtig krass weil er erst mal klarkommen muss von dreieinhalbfünfzig auf eigentlich wieder null kmh.

00:20:10: Und ich finde das passt da irgendwie auch dazu weil im Endeffekt Ist man dann vielleicht auch einfach mal ausgebrannt und wie du sagst, es kann sich wie eine Depression anhören.

00:20:19: Aber ist einfach mal so dieses Nervensystem jetzt durch?

00:20:23: Ich kann nicht mehr oder ein Nervenystem kann ich mehr.

00:20:26: Und auch ganz wichtig zu verstehen ist das tatsächlich diese drei Zustände die wir jetzt hatten also grün rot-und-blau Die sind keine Charaktereigenschaften, sie sind auch keine Entscheidungen.

00:20:38: Sie sind keine Faulheit, kein Schwäche oder auch kein eigenes Versagen sondern sie sind Schutzreaktion eines biologischen Systems.

00:20:46: also Freeze ist quasi nicht die Resignation sondern Überleben und das Nervensystem hat eben gelernt wenn zu viel Bedrohung da ist und ich eben weder kämpfen noch fliehen kann dann schalte ich halt herunter.

00:21:01: Das haben wir von unseren Evolutionären vorfahren.

00:21:04: Und das ist dann nämlich dasselbe Prinzip wie bei einer Schildkröte, die einfach in ihren Panzer geht.

00:21:10: Das ist ihr Schutz!

00:21:12: Das Problem ist nur, dass wir dann eben in unserem aktuellen modernen Leben andere Betrohungen haben – nicht keine Tiger sondern wir haben Deadlines, wir haben Nachrichtenelbs, toxische Beziehungen, Einsamkeit und auch finanzielle Sorgen.

00:21:28: Und da bleibt vor allem das Nervensystem auch in diesem Schutzmodus manchmal feststecken, weil es eben nie die Rückmeldung bekommt.

00:21:36: Hallo?

00:21:37: Die Gefahr ist vorbei!

00:21:38: Es ist vorbei, du bist sicher, weil ... Nehmen wir jetzt mal die Schildkröte an.

00:21:41: Sie seht ein Tiger... Ich weiß gar nicht, ob Tiger Schildröten essen, aber auf jeden Fall kann sie sich dann irgendwie in den Panzer verstecken und wenn der Tiger weg ist, können sie halt wieder weitermachen.

00:21:54: Aber bei uns sind ja nur einen Stopp gefahren.

00:21:57: Ja genau und deswegen also so ab und zu finde ich mich dann wirklich da wieder, dass ich in diesen roten blauen... je nachdem.

00:22:06: Also bereite ich dann schon mal Rutsche auch wenn es vielleicht kein Dauerzustand ist aber ist zumindest ich sag mal so blaue Tage gibt.

00:22:13: Also wo man wirklich irgendwie sagt bei heute ich kann irgendwie ja ich mache die Dinge aber irgendwie mach ich sie komplett ohne Freude.

00:22:21: Aber das sind wirklich nur einzelne Tage.

00:22:23: deswegen würde ich das auch nicht als problematisch sehen.

00:22:26: und Ja, was wäre denn für dich so wenn du dann mal abrutschst in so rot oder blau?

00:22:31: Was sind für dich denn so Mechanismen die dich zurückholen wo du weißt zuverlässig okay ich komme damit wieder In diesen grünen Bereich zurück.

00:22:44: Also ich finde das auch je nach tagesituation.

00:22:48: Ich glaube relativ selten gibt's manchmal dieses Freeze, wo ich einfach sage okay keine Bock auf gar nix.

00:22:54: Ich will jetzt einfach nur rumdümpeln und mich irgendwie auch nicht mit mir selber auseinandersetzen.

00:22:59: dann sag' ich mir aber so ganz bewusst morgen ist ein neuer Tag also nicht dieses oh das wird jetzt wochenlang so weitergehen sondern einfach nur okay nach drüber schlafen.

00:23:07: morgen ist erneuer tag startes von neu Und ich muss auch manchmal sagen Auch wenn sich das im ersten moment nicht für mich Nach der premium Lösung anhört,

00:23:20: doch

00:23:20: mal rauskommen.

00:23:22: Also wenn es mal so Tage erwischt, wo ich dann irgendwie doch nochmal Termine hab oder mich dann doch noch einmal verabredet habe und erst mal so denkt, eigentlich würde ich mich gerne in meinen Panzer vergriechen ist das dann so dass ich wiederkomme und sage okay irgendwie hat das... hat mich in den grünen Bereich katapultiert.

00:23:39: Ich bin jetzt gut drauf und entspannt aber nicht immer.

00:23:43: also es gibt schon auch manchmal wo ich denke okay, keine Ahnung wieso.

00:23:47: Business-Event, abends könnte ich mir jetzt sparen nach einem ganzen Tag.

00:23:52: Aber es ist so ein bisschen das und auch diese Selbsakzeptanz also dass sich jetzt nicht wirklich auf diesem Gefühl rumreite und mich permanent frage warum weshalb wieso?

00:24:02: Und bei dir?

00:24:03: Ja irgendwie... Ich habe mich da in allem wiedergefunden bzw vor allem indem man dann das so akzeptiert und nicht immer darauf hung reitet sondern sagt okay und das zu identifizieren.

00:24:15: zum Beispiel heute hatte ich so einen Tag, wo ich vielleicht sinnlos viel am Handy war und eigentlich hat es mich runtergezogen oder nichts gebracht wie es so oft so ist.

00:24:23: Deswegen das zu sehen und dann versuchen zu ändern.

00:24:27: Und natürlich gibt's auch aus allen drei Zonen körperliche Nebenwirkungen also beispielsweise beim chronischen Sympathikus bei der Aktivierung von diesem Dauerstress.

00:24:39: Der ist meistens assoziiert mit erhöhtem Cortisol-Level, geschwächtem Immunsystem, Schlafstörungen, Herzkreislauferkrankungen und einer verminderten Kognition.

00:24:49: Und dann weiterhin der Freezezustand.

00:24:52: also der Dorsalvagalschotdown ist neurobiologisch mit Dissoziation verband.

00:24:58: Das Wort hat mir auch schon öfter mal benutzt, das ist so dieses Gefühl auch dass man quasi aus seinem Körper raus ist also man ist noch da und fühlt sich gar nicht mehr so verbunden in seinem Körper und es eben so ein Zustand indem man genau dieses Erleben von sich selbst und der Realität sich komplett verändert und trifft auch häufig nach Anhalten der Überforderung auf.

00:25:21: Da hab ich tatsächlich sogar den Tipp, wir hatten das ja auch schon eh nicht bei Angststörungen.

00:25:25: Dass es da auch auftreten kann.

00:25:28: Hört sich jetzt auch richtig dumm an aber sich einfach in den Arm zwecken.

00:25:32: also weil dann merkst du halt durch den Impuls dass du gerade gedanklich irgendwie abdriftest.

00:25:39: Aber der kleine Schmerz holte ich quasi wieder zurück.

00:25:42: oder es gibt auch welche die haben immer so ein Gummi band um den Arm und schnippen das dann mal.

00:25:49: Ich muss jetzt sagen, dass ich das auch nicht so häufig habe aber manchmal hilft es auch wenn man in so langweiligen Meetings sitzt und doch merkt, dass man dann gedanklich abdriftet.

00:25:59: Ja

00:25:59: voll!

00:26:00: Sehr guter Tipp!

00:26:04: Und auch weitere Studien zeigen, dass Menschen in westlichen Industriegesellschaften im Durchschnitt siebzig Prozent ihrer Wachzeit in suboptimaler Nervensystemregulation verbringen.

00:26:17: Das heißt der Sympathikus oder diese Freeze-Situation überwiegen und der Übergang von Sympatikus in den Shutdown ist oft graduell und wird häufig erst erkannt wenn man wirklich nicht mehr kann.

00:26:31: also der Körper gibt Zwar vorher sehr, sehr viele Signale.

00:26:35: Aber wir haben eben gelernt genau diese zu ignorieren

00:26:39: und einfach siebenundsiebzig Prozent das finde ich irgendwie schon richtig krass auch als ich das gelesen habe weil Wir leben in einer Gesellschaft die das normalisiert hat Und wir nennen es einfach irgendwie so erwachsen werden oder erwachsen sein teilweise und Auch einfach unsere Realität und dabei ist Es eigentlich ein kollektiver Ausnahmezustand Indem sich unglaublich viele Menschen befinden und wir geben uns Ja, irgendwie selbst die Schuld immer dafür.

00:27:05: Weil wir halt denken es müsste uns besser gehen wenn wir nur Meditieren, Sport machen, Journal alles was wir sonst immer so sagen geschlafen.

00:27:14: aber das Nervensystem reguliert sich halt nicht mit einer Art Disziplin sondern eher mit Sicherheit oder nur mit Sicherheit und Das ist halt nicht dasselbe wie Kontrolle.

00:27:25: ja Und an der Stelle möchte ich tatsächlich auch über etwas sprechen oder ein bisschen den Impuls setzen dass ich für einen der blinden Flecken auch in unserer Diskussion halte.

00:27:37: Also wir reden ja auch viel über individuelles Stressmanagement, also auch Atemübungen, Kaltwasserduschen, Digital Detox und es sind alles Dinge die einem auch helfen können.

00:27:49: aber ich finde wir müssen uns auch ehrlich sein über die strukturellen systemischen Dinge, die unser Nervensystem eben erschöpfen weil eben ein Nervensystem nicht im Vakuum lebt.

00:28:01: Es lebt in einer Welt und in dieser Welt, es ist jetzt keine Übertreibung für das menschliche Nerven-System auch nicht besonders gut designt.

00:28:11: Also fangen wir mit dem Offensichtlichen an.

00:28:13: Smartphones und die ständige Erreichbarkeit.

00:28:16: Das Nerven System ist gebaut für ein bestimmtes Maß an Informationen.

00:28:21: Es kann Pausen einlegen, abschalten oder unterscheiden.

00:28:26: Wichtig oder das ist nicht wichtig.

00:28:28: Mit dem Smartphone ist es zum Teil ja auch unmöglich, also trainiert uns auf ständige Neuheit und Reaktionen, auf das Dopamin-Ping einer neuen Nachricht.

00:28:39: Das System ist auch da ständig im Scanmodus und nie wirklich aus.

00:28:44: Ja!

00:28:45: Und da sehe ich mich schon wieder, muss ich sagen.

00:28:47: Also teilweise...

00:28:51: Ich muss eigentlich lernen immer mehr dazu.

00:28:54: Ich bin ja schon so ein bisschen die bekloppte, die entweder in dem einen Moment allen Leuten antwortet und direkt per Rat also direkt antworten oder weil ich gerade auch online war.

00:29:05: Oder ich antworte dir erst in drei vier Wochen wieder.

00:29:08: Also das muss ich schon sozusagen überwiegend.

00:29:11: Und ich merke vor allem je mehr ich weiß nicht Zeit für mich alleine auch habe oder so ein bissel die zeit für mich nutzen kann Dann habe ich noch weniger Bock, ans Handy zu gehen.

00:29:24: Ich merke es wirklich krass.

00:29:25: und jetzt das Wochenende hat zum Beispiel für mich auch gezeigt.

00:29:28: Ich war einfach nicht einmal irgendwie groß dran oder zum Beispiel ... Ich war ja letzte Woche in London und natürlich hab ich schöne Bilder gemacht und alles.

00:29:37: Und ich glaub, ich hab schon seit über einer Woche oder anderthalb Wochen Sag ich Personen, die immer gesagt haben.

00:29:44: Ich hab ja noch gar keine Bilder auf Instagram gesehen.

00:29:46: Zeig mal und so.

00:29:47: Ja, ich poste noch was.

00:29:48: Ich habe es immer noch nicht gemacht weil ich einfach mein Handy weggelegt hab.

00:29:52: Richtig

00:29:52: gut.

00:29:53: Kann ich uns ein bisschen mehr von dir lernen?

00:29:57: Heute ist mal Ausnahmezustand.

00:29:59: Becky ist entspannt.

00:30:01: Schillt nicht so oft am Handy alles

00:30:04: gut.

00:30:04: Heut fühlst du dich mal ausnahmesweise in der Folge nicht angesprochen?

00:30:09: Ja, heute bin ich im Grünen.

00:30:12: Aber was erschöpft unser Nervensystem noch?

00:30:15: Weil wir haben gesagt okay einmal Smartphones also eure privaten Nachrichten aber natürlich kommt Social Media noch dazu.

00:30:22: Also nicht nur die Bildschirmzeit sondern eben der spezifische Inhalt Der endlose Vergleich die perfekten Körper perfekte Lehe perfekter Beziehungen Gleichzeitig dann aber wiederum nachrichten über irgendwie Klimakrisen Kriege politische Instabilität Und einfach beides in dem gleichen Feed.

00:30:40: Einfach nacklos und das Nervensystem kann es nicht sortieren, also es reagiert auf alles weil es gar nicht unterscheiden kann zwischen dass passiert gerade jemandem in der anderen Hälfte der Welt und das passiert mir.

00:30:54: Also wir haben evolutionär kein Konzept für globale Bedrohungen die wir täglich konsumieren aber gegen die wir nichts tun können.

00:31:04: Das erzeugt eine besondere Art von Ohnmacht und eine Art chronischem Freeze.

00:31:09: Und das Problem sehe ich halt, also man kann da nichts tun so... Ich friere ein aber ich gucke ja die ganze Zeit weiter!

00:31:18: Ja ich hoffe dass wir jetzt nicht so viel Hate bekommen oder ich nicht so viele Hate Aber ich muss sagen mein Social Media Algorithmus ist eigentlich eher auch so Reisen Fashion Reality TV ganz stark Und mittlerweile auch Hochzeits-Content, also es ist echt ein bisschen automatsch.

00:31:35: Wo ich mir immer so denke, nein!

00:31:37: Ich würde jetzt gerne mal was anderes sehen... ...weil ich aber auch nicht bei diesen Krisenthemen mit steig gehe.

00:31:43: Also ich bleibe da auch nicht hängen und ich weiß nicht ob's dir genauso geht, aber im Endeffekt ist das schon so.

00:31:49: dieses Ja okay, ich sehe das nicht, ich beschäftige mich jetzt nicht damit.

00:31:53: Deswegen kann ich mich davon auch so'n bisschen weiß ich nicht frei machen, währenddessen zum Beispiel keine Ahnung meine Omi in Rumänien.

00:32:01: Die guckt sich die ganze Zeit Nachrichten an permanent irgendwie den ganzen Tag will immer informiert bleiben und die ist dann viel mehr belasteter durch diese Themen und kann sich da gar nicht so einfach abgrenzen.

00:32:14: Ja

00:32:15: ne das ist ja auch so.

00:32:17: also da bin ich auch froh für dich weil ich finde es auch manchmal richtig heftig Dass das wirklich so wechseln.

00:32:22: Auf einmal siehst du ein Wheel über, wie jemand gar nichts Essen macht und dann wieder was grade im Iran abgeht?

00:32:27: Und dann wieder wie Trump angeschossen wird und dann denkst oh mein Gott!

00:32:32: Was geht bei der

00:32:33: Welt?!

00:32:33: Also ist schon so... also kann ich wirklich so nachvollziehen und da hast du glaube ich deinen Algorithmus.

00:32:39: Dann für dich ganz gut trainiert dass dein Nervensystem nicht so belastet ist.

00:32:44: Ja und dann gibt's auch noch etwas, was ich Relationale Erschöpfung nennen würde.

00:32:50: Also wir leben ja jetzt aktuell in einer Zeit, in der echte Verbindung wirklich bei jemandem sein oder gesehen werden auch immer seltener wird.

00:33:00: Wir haben mehr Kontakte als je zuvor aber gleichzeitig fühlen sich zum Teil so viele Menschen und junge Menschen einsam wie eine Art Einsamkeitsepidemie.

00:33:11: Das ist eben auch kein Zufall weil digitale Kommunikation nicht dasselbe.

00:33:17: die körperliche Präsenz ist.

00:33:19: Co-Regulation, der Prozess durch den sich zum Beispiel zwei Nervensysteme gegenseitig beruhigen.

00:33:26: Durch Blickkontakt-, Stimme-, Berührung oder eben einfach zusammen sein kann eben nicht ja durch eine Textnachricht ersetzt werden.

00:33:36: aber wir haben uns so sehr dran gewöhnt Beziehungen auf Distanz zu führen dass viele von uns gar nicht mehr wissen wie viel Regulation sie eben durch echte Nähe bekommen würden.

00:33:47: und Da möchte ich auch noch mal kurz was sagen oder ansprechen, nämlich dass oft auch vergessen wird Kindheit und aufrühres Nervensystemprägung.

00:33:56: Weil ein Nervensystem das in einer unsicheren Umgebung aufgewachsen ist also sei es durch älterlichen Stress, durch Instabilität oder nicht gesehen werden Durch Schule die sich vielleicht wie so einen Überlebenskampf angefühlt hat Dieses Nervensystem trägt die Prägung in sich.

00:34:14: Also das ist kein Marke, das einfach Neurobiologie und viele von uns vor allem aus der Millennial- und Genzigeneration sind aufgewachsen in einer Zeit enormer gesellschaftlicher und auch wirtschaftlicher Instabilität.

00:34:28: Wir sehen es ja gerade wieder in der Zeit und haben gelernt zu performen, zu funktionieren und uns einfach anzupassen stark zu sein.

00:34:38: Ja, das macht halt was mit uns.

00:34:41: Nämlich es schneidet uns von unseren eigenen Signalen ab und wir lernen das Nervensystem zu ignorieren bis es halt so laut wird dass wir's nicht mehr können.

00:34:50: quasi.

00:34:53: Und auch hier haben wir nochmal ein paar Studien mitgebracht und zwar chronischer Schlafmangel.

00:34:58: also dazu zählt Schlaf unter sieben Stunden erhöht die Amigdaller-Reaktivität um sechzig Prozent.

00:35:06: Das heißt, wir werden buchstäblich irrationaler und auch ängstlicher durch Schlafentzug.

00:35:12: Die Smartphone Benarrichtigung aktivieren bei uns den Sympathikus.

00:35:16: Das heisst selbst wenn man Sie nicht ansieht allein das Wissen dass das Telefon in der Nähe ist reduziert sozusagen unsere kognitive Kapazität messbar weil wir mit einem Gedanken sozusagen immer auf Abruf sind.

00:35:32: Also ich finde, man kann es voll gut vergleichen wie wenn Ärzte oder Ärztinnen Bereitschaft haben und dann immer wissen okay das Handy könnte gleich klingeln Ich werde angerufen um ins Krankenhaus zu müssen.

00:35:44: Und ich finde dass ist ja unfassbar anstrengend wenn du das ja jeden Tag unbewusst eigentlich mit dir machen lässt?

00:35:51: Ja, das mit dem Telefon ist wirklich richtig krass.

00:35:53: Aber ich glaube es kennen auch einfach zu viele und man will sich vielleicht nicht eingestehen aber... Ich glaub jeder kennt das einfach, dass so ist, dass man einfach viel zu schnell davon abgelenkt wird leider.

00:36:03: Und weitergehend erklärt auch die WHO Einsamkeit, zwanzig dreiundzwanzig zur globalen Gesundheitsepidemie Denn soziale Isolation hat ähnliche gesundheitliche Auswirkungen, wie das Rauchen von fünfzehn Zigaretten täglich.

00:36:21: Ach du Scheiße!

00:36:24: Boah...

00:36:25: Dann Adverse Childhood Experiences sind belastende Kindheitserfahrung also diese koalieren stark mit dem Nervensystem oder der Nervensystem.

00:36:34: Disregulation im Erwachsenenalter dementsprechend Also bereits drei bis vier von diesen Adverse-Titutexperiences verdoppeln das Risiko für chronische Erschöpfung und Autoimmunerkrankungen.

00:36:48: Heißt, wenn ihr eben in der Kindheit belastende Erfahrungen leider erleben musstet habt ihr im Erwachsenenalter ein höheres Risiko dafür!

00:36:57: Und als letzten Punkt dass wirklich unser Nervensystem am meisten belastet ist Doomscrolling also genau das darüber wir schon oft geredet haben.

00:37:06: das endlose Konsumieren von vor allem negative Nachrichten, aktiviert dasselbe neuronale Warnsystem wie eine direkte Bedrohung mit dem selben körperlichen Stress-Response auch wenn ihr dem augenscheinlich erstmal nicht direkt ausgesetzt seid.

00:37:25: So jetzt kommen wir zum Teil den wir ja immer am Ende eigentlich einer Folge auch mitbringen und zwar unsere Tipps und Tricks.

00:37:36: und wie immer wollen wir jetzt Ja, das war alles sehr schwer.

00:37:41: Ciao Kakao beenden!

00:37:44: Sondern wir wollen euch natürlich echte handfeste Dinge mitgeben die das Nervensystem auch regulieren können.

00:37:50: und wir wollen hier echt auch nochmal Beton regulieren.

00:37:53: oder eben Regulation heißt nicht dann auch Kontrolle also es geht nicht darum niemals in den roten oder blauen Bereich zu kommen, das ist einfach echt unmöglich.

00:38:04: Oder wäre auch komplett falsch?

00:38:06: Sondern es geht eher darum dass man so ein bisschen beweglicher in den einzelnen Farbzonen wird Dass man nicht so leicht hinein fällt oder wenn doch dass man eben auch einen Weg zurück kennt.

00:38:18: und wie wir glaube ich auch sogar schon In der letzten Folge gesagt haben dadurch dass das Gehirn sehr plastisch ist und dem nach auch sehr beweglich dynamisch ist es möglich, durch diese Neuroplastikität das Nervensystem zu verändern.

00:38:33: Also nicht mit strickter Willenskraft aber eben wiederholung und Routine mit neuen Erfahrungen und Sicherheit die sich sozusagen in das Gehirn einschreibt.

00:38:46: Und was zum Beispiel jetzt mir geholfen hat aus diesem Strudel so rauszukommen Was ich ja vorhin auch kurz gesagt habe ist auf jeden Fall das Verstehen also dass man weiß was gerade abgeht dass man in dem Moment das irgendwie realisiert, realisieren kann.

00:39:03: Weil wenn ich in so einem Moment bin und merke... Ich bin gerade gar nicht da!

00:39:06: Ich bin irgendwie leer und fühl mich irgendwie dissoziiert und auch raus aus meinem Körper dann ist es genau halt dieser Freeze-Zustand Und das ist ja ein Schutz.

00:39:19: also Da muss sich was ändern, aber ich kämpfe halt nicht dagegen an.

00:39:23: Also... Ich versuche jetzt nicht wie wir vorhin auch beide gesagt haben, warum ist es jetzt so?

00:39:27: Warum ist das jetzt so, weil kommt das oder so?

00:39:30: Sondern ja man muss sich nicht fragen was falsch ist sondern eher okay mein System will mich gerade schützen und was braucht es jetzt um wieder zurückzukommen?

00:39:40: also eher diese Frage stellen Was brauche ich anstatt dagegen anzukämpfen?

00:39:49: Und was die Forschung ja auch sehr klar zeigt ist, dass der Teil der am meisten mit Selbstoptimierungsmythen aufräumt.

00:39:56: Dass das Nervensystem sich vor allem durch zwei Dinge reguliert.

00:40:01: Körper und Verbindung eben nicht durch Gedanken, nicht durch Analyse oder Vorsätze.

00:40:06: Körper zuerst!

00:40:08: Das bedeutet Atmung.

00:40:10: Also die Ausatmung zu verlängern, also länger ausatmen als einatmen aktiviert dann direkt den Vargosnerv Und das ist auch keine Metapher, denn auch das ist wieder Physiologie.

00:40:21: Wir kennen tatsächlich diese Atemtechnik auch wenn man vier Sekunden einatmet und acht Sekunden ausatmet verlangsamt sich der eigene Herzschlag messbar!

00:40:33: Das ist ja wirklich die billigste oder günstigste Methode, denn diese Methode ist immer verfügbar und sie funktioniert tatsächlich auch.

00:40:44: Und was auch noch dazu kommt, Bewegungen.

00:40:46: Aber hier nicht den Hochleistungssport als Stressabreaktion sondern intuitive langsame Bewegungen also Gehen, Dehnen, Schütteln oder auch Tanzen und diese Dinge helfen dem Körper gespeicherte Stressenergie zu entladen.

00:41:03: Unten natürlich – was ich ganz gut finde – Temperatur Also kaltes Wasser oder eben warme Bäder.

00:41:08: Und beide können auch auf unterschiedlichste Art und Weise das Nervensystem schiften.

00:41:15: Ja, und das zweite große Feld ist auf jeden Fall Verbindung also Co-Regulationen.

00:41:21: Das ist so wichtig und wird irgendwie voll wenig betont.

00:41:23: Also haben wir auch tatsächlich selten betont muss ich sagen, denn wir können unser Nervenystem nicht allein regulieren weil wir einfach soziale Wesen sind und unser System braucht andere Systeme die ihm quasi signalisieren, ist es sicher.

00:41:39: Und das kann ein Gespräch sein mit einer anderen Person, wo man einfach wirklich zugehört bekommt oder das kann auch körperlich näher sein.

00:41:48: Das kann auch ein Tier sein, Haustier zum Beispiel, Becky's Katzen... Oder natürlich eine Person!

00:41:55: Das kann Musik aber auch sein weil halt Stimme und so'n Rhythmus direkt den Vargos-Nerv ansprechen Und es kann auch diese Folge sein, wenn ihr das so seht.

00:42:07: Was wir jetzt natürlich nicht unterschlagen dürfen ist das Thema Therapie.

00:42:11: also auch das was wir ja heute beschrieben haben gibt's in verschiedenen Ausprägungen noch da wieder das Thema wie hoch ist der Leidensdruck?

00:42:20: und wenn du irgendwie das Gefühl hast dein Nervensystem steckt schon lange irgendwo fest und du kommst da irgendwie auch gar nicht mehr raus dann ist professionelle Unterstützung auch wirklich wertvoll.

00:42:31: Es gibt verschiedene Therapieformen, die sich explizit damit auseinandersetzen wie du wieder die Verbindung zu deinem Körper bekommst.

00:42:40: Also es gibt somatik experience EMDR und traumasensible Verhaltenstherapie oder auch Körperpsychotherapie also diese ganzen Ansätze verstehen eben dass das Nervensystem im Körper sitzt und eben auch dort angesprochen werden muss.

00:42:57: Auch das kann manchmal sogar der einzige Weg sein, wenn diese Prägungen schon sehr tief drin sind.

00:43:05: Ja und damit sind wir am Ende der Folge angelangt.

00:43:09: Indie war die Folge für mich sehr lehrreich weil ich mich halt selber da das öfteren Mal wieder sehe und ja mal mehr mal weniger aber trotzdem irgendwie vor allem bei dem Doomscrolling manchmal also keine Ahnung meinst du hast wirklich verschwendete Zeit kennen viele wahrscheinlich von euch.

00:43:27: und ja deswegen hoffen wir, dass ihr irgendwie gemerkt habt in der Folge das ihr euch zum Beispiel im roten oder blauen Bereich befindet.

00:43:34: Und ja, dass sie euch in dem Moment nicht darüber ärgert oder irgendwie euch selbst die Schuld gibt sondern einfach fragt was brauche ich gerade um da eben rauszukommen?

00:43:44: Und diese kleinen Veränderungen kann ja dann auch ganz groß sein!

00:43:48: Deswegen hoffen wie er mit dieser Folge weiterheben konnten wenn ihr euch da auch irgendwie wieder seht.

00:43:56: Ja, und vielleicht habt ihr nach dieser Folge auch ein bisschen mehr Mitgefühl für euch selbst oder mit euch selbst.

00:44:02: Wanni vielleicht wie du gesagt hast war das jetzt so ein Therapy Talk für dich?

00:44:07: Und nach der Folge heute hast du auch mehr Mit-Gefühlen mit dir und sagst es auch einfach mal okay dass du gedoomed scrollt hast.

00:44:15: und wenn ihr das nächste Mal auch einfach merkt ihr kommt nicht runter Dann denkt ihr einfach, was brauche ich jetzt?

00:44:22: Und wenn ihr das nächste Mal diese Lehre spürt oder dieses Weg sein, dann denkt ihr auch einfach mal okay.

00:44:27: Das ist ja der Schutz dass es mein System auf mich aufgepasst hat.

00:44:30: Was brauche Ich Jetzt um eben langsam zurückzukommen und nicht immer zu denken was stimmt nicht mit mir?

00:44:37: Ja an der stelle freue ich mich auf unser nächstes Thema und dann wünschen wir euch jetzt wie immer ein Schönen Feierabend, einen schönen Morgen.

00:44:47: Einen schönen Fahrtweg zur Arbeit oder wie auch immer was auch immer ihr macht.

00:44:51: und bis nächste Woche,

00:44:52: ciao!

00:44:53: Danke fürs Zuhören, ciao.

00:44:55: Nice

00:44:56: nice.

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